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Interview mit Klaus Ermecke, KE Research

Klimawahn – und kein Ende?
Teil II

Holger Douglas: Jahrzehntelang schon "rettet" Deutschland "das Weltklima". Jetzt steht es vor den parasitär überwucherten Trümmern seiner Energiewirtschaft. Und der Zermürbungskrieg gegen die Autobauer kommt auf Touren. Unter dem Begriff "Klimaschutz" werden Gesetze beschlossen, die auch Freiheit und Wohlstand besei¬ti¬gen und die Verfassung verletzen. Wie werden wir den »Klimawahn« wieder los?

Klaus Ermecke: Zunächst einmal ist der Klimawahn lediglich Teil eines viel weiter zu fassenden Phänomens, des "Ökowahns". Es grassiert in unterschiedlichem Ausmaß in allen westlichen Industrieländern.

"Öko" bedeutet, daß die Leute "die natürlichen Lebensgrundlagen" bedroht sehen, was immer damit gemeint ist, und oft sogar den Planeten insgesamt.

"Wahn" bedeutet das Auseinanderklaffen von Wahrnehmung und Realität. Dazu kommt ein emotionales und oft feindseliges Abwehrverhalten: gegenüber den Argumenten sowie auch den Menschen, die solche vorbringen. Sogar die Todesstrafe für "Klimaleugner" wurde schon gefordert.

Typisch für diese Einstellung ist nun das, was ich "Multi-Affinität" nennen möchte: Wer für Angstbotschaften zum "Weltklima" affin ist, erschaudert zumeist auch vor "Genmais" und "Atomstrahlen" und kämpft gegen Startbahnen, Elbausbau, Umgehungsstraßen und Transrapid. Und wenn ein neues Thema eingespielt wird, wie vor einiger Zeit "Fracking" oder jetzt "Diesel", startet in diesem Personenkreis die Empörung quasi auf Knopfdruck.

Umgekehrt haben viele öko-affine Mitbürger wenig Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Wohlstand wird als gegeben vorausgesetzt. Der Wert von Freiheit und Markt als Gegenentwurf zu Planwirtschaft und Diktatur wird nicht erkannt und beides daher auch nicht verteidigt. Im Gegenteil: Wenn jemand die Restfreiheit "böser" Industrien weiter einzuschränken verspricht oder eine fremde Regierung sich anschickt, das Vermögen eines deutschen Konzerns abzusaugen, wird das in Öko-Kreisen lautstark bejubelt.

Holger Douglas: Ist der "Ökowahn" ein Bildungsproblem?

Klaus Ermecke: Ja, zumindest zu einem wichtigen Teil. Eines unserer Langfristprojekte ist ein kompletter Neuentwurf der Schulform "Gymnasium". Daher hatten wir uns schon vor ein paar Jahren die Stundentafeln der bayerischen Gymnasien angeschaut. Danach blickt ein Abiturient (Grundschule+G8) zurück auf 988 Stunden Religion, und falls er Schulgottesdienste besuchen mußte, sind es wohl über 1000. Dazu kommen fast 700 Stunden für die von uns als Pflichtfach infrage gestellte 2. Fremdsprache. Für "richtige" Physik bleibt daher im Stundenplan kaum Platz: nicht mal 230 Pflichtstunden. In "Wirtschaft und Recht" sind es sogar nur 150. Damit kommen die Schüler nicht weit genug, um die absurden Grundannahmen der Öko-Märchen selbst durchschauen zu lernen.
Wir haben über 49.000 Schulen in Deutschland, und auf vielen von deren Dächern hat man inzwischen Photovoltaik-Anlagen installiert. Das lehnen wir schon wegen der Geldverschwendung und der mutwillig vergrößerten Feuergefahr ab. Aber wenn man wenigstens den Schülern in der Physik sorgfältig den Unterschied zwischen Energie und Leistung und die technischen Grundlagen der Stromversorgung beigebracht hätte, dann könnten die dank der Schul-PV-Anlagen zumindest sofort erleben, daß diese Erzeugungsform für den Betrieb eines Stromnetzes mangels planbarer Leistung gar nichts taugt. Völlig unabhängig davon, daß die zur Rechtfertigung geschürten Mega-Ängste vor dem "Versiegen der Rohstoffe", dem "Tod durch Strahlung" und eben auch der "Klimakatastrophe" keinerlei sachliches Fundament haben.

Aber gerade das ist natürlich nicht das Lernziel!

Fassungslos mußten wir seit Jahren mit ansehen, wie der Unterricht in allen Fächern, Altersgruppen und Schulformen immer mehr darauf ausgerichtet wurde, unsere Jugend auf die kritiklose Aufnahme grüner Angstbotschaften zu konditionieren und so für die Akzeptanz von Zwangsmaßnahmen gefügig zu machen. Den Vogel abgeschossen hat zuletzt die Stadt Wolfsburg. Während US-Behörden daran arbeiten, den VW-Konzern finanziell auszuweiden, wurden in der "Autostadt" selbst Kinder aus Grundschulen, Kindergärten und Kitas (!) wochenlang auf "Öko" getrimmt. "Das Auto ist ein Stinker" wußte danach ein Knirps zu berichten. Man kann den Ast absägen, auf dem man sitzt, aber Deutschlands Öko-Spinner verbrennen – wenn man ihnen nur die Macht dazu läßt – in ihrem Fanatismus lieber gleich den ganzen Wald.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Institutionen, die Lehrer und Unterrichtsmaterialien grün einfärben, und daran arbeiten Stellen von Bund, Ländern und Kommunen. Teils werkeln sie nebeneinander her, teils zusammen. Auch viele Stiftungen und Vereine sind dabei, und Psychokonzerne wie Greenpeace oder WWF. Sie liefern zum Teil grotesk falsche Vorlagen, die dann von ökobeflissenen Lehrern kopiert und zumeist ohne Quellenangabe an die Schüler weiterverteilt werden.

Eine zentrale Rolle spielen dabei, neben Merkels Kanzleramt, zwei Bundesministerien. Das BMUB ("Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit", früher "BMU") und das ihm unterstellte Umweltbundesamt (UBA) betreiben u.a. "Umweltbildung", indem sie als Angebot an die Schulen grüne "Unterrichtsmaterialien" erstellen.

Das BMBF ("Bundesministerium für Bildung und Forschung") gibt derweil große Beträge dafür aus, dogmenkonforme "Klimaforschung" zu finanzieren. Wir haben das mehrere Jahre beobachtet: Die haben nicht eine einzige Untersuchung beauftragt, um das CO2-Dogma kritisch zu hinterfragen, und das, obwohl Forscher aus Deutschland bei der Falsifizierung der Treibhauslehre nach unserer Bewertung die weltweit führende Position einnehmen. Das untermauert, daß die staatsbezahlte "Klimaforschung" keine Wissenschaft ist. Denn eine ideologieverhaftete Politik schließt unerwünschte Ergebnisse vorab aus.

Erwähnenswert ist hier noch ein Nebenergebnis. Bildung ist in Deutschland die letzte große Kernaufgabe der Bundesländer. Laut Art. 70 Abs. 1 GG hat der Bund hier gar keine Zuständigkeit, damit ist ihm auch jegliche Richtlinien- oder Rahmenkompetenz verwehrt. "BMBF" mit dem zweiten "B" (für "Bildung") steht also für Etikettenschwindel – für Merkelsche Hochstapelei.

Holger Douglas: Sie fordern die Auflösung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit!

Klaus Ermecke: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit verteilt an viele Institutionen Geld, damit die den Ökowahn im Volk festigen. So haben wir in Deutschland über 11.000 Kommunen, und viele von denen bekommen aus dem Füllhorn, damit sie "Klimaschutzmanager" einstellen und mit Unterstützung gutverdienender Berater "Klimaschutzkonzepte" erdichten. Auf das Wetter und dessen Statistik namens "Klima" hat der Hokuspokus natürlich keinerlei Einfluß, aber durch ständige Veranstaltungen und durch Einflußnahme auf Schulen, Vereine und Unternehmen wird gegenüber möglichen Kritikern vor Ort zumindest eine Drohkulisse aufgebaut, sich ja nicht mit abweichlerischen Gedanken zu Wort zu melden. Umerziehung also, und Gleichschaltung.

Verbraucherzentralen ("Vz") und Mieterbund hat das Ministerium bezahlt, damit die in ihrer jeweiligen Klientel für "Klimaschutz" werben, obwohl dieser Unfug Kosten verursacht und damit alle Verbraucher schädigt. Unter anderem sollen die Bürger weniger Fleisch essen, weil dann die Temperaturen angeblich nicht mehr ansteigen. Interessanterweise wurde der ehemalige Chef der Vz, Gerd Billen, inzwischen Staatssekretär im "Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz", das u.a. dafür zuständig ist, Geld an die Vz auszuschütten. Daß diese so nützlichen Vz von den eigentlichen Verbrauchern weder demokratisch noch vereinsrechtlich legitimiert sind, scheint niemanden zu interessieren.

Holger Douglas: Eine enge Kumpanei sehen wir zwischen Umweltbürokratie und Öko-NGOs.

Klaus Ermecke: Da läuft der klassische Verschwendungsmechanismus: Jede Behörde sucht ständig neue Aufgaben, um eine Begründung für mehr Planstellen, mehr Budget und mehr Einfluß zu erlangen. Ökobehörden gewinnen Macht, indem sie Umweltgefahren finden – oder erfinden – und diese dann auf großer Bühne operettenhaft bekämpfen. Ihre Hauptwaffe ist der "Grenzwert". Durch dessen nicht kontrollierte Manipulation können sie ganze Industrien zugrunde richten. Der Chemiker Heinz Hug hatte das im Buch "Die Angsttrompeter" schon vor Jahren brillant dargelegt.

Hier besteht mit den Öko-NGOs eine nahezu perfekte Übereinstimmung der Interessen. Und das wissen die. Umweltbehörden und Öko-NGOs sind untereinander aber auch mit "grünen Branchen" symbiotisch verzahnt. Viele Beamte und Staatssekretäre begannen ihre Karrieren als Vogelschützer und KKW-Bekämpfer, und unter ihrer Regie fließt jetzt reichlich Geld des Fiskus in die Kassen der NGOs. Unternehmen geraten dazwischen und in einen Würgegriff und müssen sich unterwerfen. Und die Presse schweigt – meistens jedenfalls.

Wer die deutsche Wirtschaft vor dem selbstzerstörerischen Ökowahn retten will, muß diese Verzahnung erkennen und aufbrechen.

Ende Teil II

Das Interview führte Holger Douglas

Veröffentlichungen von KE Research zur „Klima-“ und Energiedebatte auf der Webseite.

10. März 2016