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Dr. Hans-Peter Raddatz, Orientalist

Europa – auf dem Weg zum Kalifat?
Teil 1: Die Ideologie des "Kulturdialogs"

Ein Beitrag des Orientalisten Tilman Nagel ("Islam in Deutschland") informierte kürzlich über die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Islam und der Kultur Europas, die im Zuge der Moderne von einer christlich-religiösen zu einer säkular-wissenschaftlichen Prägung überging. Letztere bildet den Kern der nachfolgenden Betrachtungen, die in zwei Abschnitten die Frage behandeln, warum sich die Eliten der EU und ihrer Staaten mit steigendem Nachdruck um das spezielle Islamwohl weitaus intensiver als um das Gemeinwohl der ansässigen Bürgerklientel bemühen.

Hier geht es um die ideologischen bzw. wirtschaftlichen Aspekte dieses Trends, den man Kulturdialog nennt, und zu Aussagen führt wie "Islam ist Frieden" (austauschbar mit Toleranz), "der Islam gehört zu Deutschland", "der Islam ist Miteigner Europas" etc. Dabei entfernte sich die Realität vom "Sinn" dieser Zwangsformeln, denen die Öffentlichkeit kaum noch glaubt. Hier stellt man spätestens seit 9/11 einen fatalen Einklang zwischen koranischer Gewalt und der faktischen Entwicklung fest, die Zuwanderung und Terror als Zeichen islamischer Wirtschafts- und Bildungsschwäche ausweist und die kritischen Europäer, von der politmedialen Klasse als Rassisten und Islamophobe diffamiert, an der Rechtsstaatlichkeit ihrer Institutionen – Parteien, Medien, Stiftungen, Universitäten etc. – zweifeln lässt.

Da die "gemäßigten" Muslime in den Kulturkolonien Europas an den gleichen Allah glauben wie die Terroristen, wird Nagels Beschreibung dieser Gottheit wichtig, die anders als der christliche Gott die Welt – Ungläubige inklusive – jeden Moment neu schöpft und somit zur Scharia inspirierte, jenem Regelwerk, das mit minutiösen Denk- und Verhaltensbefehlen die Islam-Gemeinschaft – regional unterschiedlich – lenk- und vorhersagbar macht. Indem diese Vorschriften – den Gelehrten zufolge die "schwerste Last Allahs" – Familie, Bildung und Gesellschaft umfassend, nahezu totalitär regeln, betreffen sie primär das Diesseits und lassen das Gesamtsystem weniger als Religion, sondern als profan-politische "Teilhabe durch Unterwerfung" (Johann C. Bürgel) einstufen, was ein Verlassen der Gemeinschaft ausschließt und den "Glauben" auf Zwang gründet.

Insofern fungiert der Kulturdialog, der angebliche Effekte des Islam wie Frieden und Toleranz, Bereicherung und Befruchtung für die Zukunft diktiert, als gigantische Täuschung der Öffentlichkeit durch die politmediale Klasse, die den Bürgern mit Zuwanderung und Moscheebau endlose Unterwerfung abverlangt und dabei die Demokratie flagrant missbraucht. Denn es wird Religionsfreiheit für ein System gefordert, das laut Koran und Muhammad-Tradition in der Tat keine Religion im westlichen Sinne, sondern eine politreligiöse Herrschaftsstruktur darstellt. Sie bietet allerdings breite Schnittstellen mit den ihrerseits politreligiösen Extremismen des Nationalsozialismus und Bolschewismus und erklärt die Gefolgschaft der Nachkriegs-Eliten, deren Mehrheit aus 68er-Zeit in der Tradition des links-rechten Radikalismus steht, nun freilich mit den Vorteilen des einst abgelehnten Kapitals (vgl. Raddatz, Allah im Wunderland 2009; Einleitung zu Bat Ye'or, Europa und das kommende Kalifat 2013). Eine ihrer Galionsfiguren war Günter Grass, dessen linkes Verdecken seiner SS-Vergangenheit ein Feigenblatt für die Lebenslüge dieser Generation und ihres reflexhaften "Blicks nach rechts" ist und Kultur-Zyniker zum Austausch des Rassismus durch "Grassismus" verleitet.

Dass es hier um eine Tendenz systematischer Unterwanderung geht, hatten schon vom grassierenden (?) Verschwörungsdenken unbelastete Autoren mit Recherchen der globalen Islam-Expansion gezeigt (z.B. Burr / Collins, Alms for Jihad, Cambridge 2006). Dazu passt das Buch von Bat Ye'or, weil sie das Islamisierungsprogramm der OIC vom Dezember 2005 dokumentiert, das die Euro-Eliten punktgenau abarbeiten und der Autorin deren Aggression statt Diskussion einträgt. Der Verfasser dieses Beitrags kennt die saudische Vorgeschichte des Burr-Collins-Buches aus eigener, authentischer Vor-Ort-Erfahrung, verzichtet aber im Eigeninteresse auf Details.

Es geht weniger um die Kritik der Muslime, sondern der Euro-Führungen, die ihre staatliche Verantwortung durch Kommando-"Respekt" für grenzenlose Zuwanderung ersetzen. Mit Einebnung der Parteien, Meinungsfreiheit und Wahlprogramme sowie dem Transfer von Souveränität an die neofeudale EU-Kommission und von Geld an die Terrorgruppen in Palästina betreiben sie einen "Friedensprozess" unter US-Ägide, der mit dem bewaffneten Einmarsch des Terrorvaters Arafat ins UNO-Plenum 1974 begann und seither diverse "Höhepunkte", u.a. im von Saudis durchgeführten 9/11-Anschlag, erlebt hat. Kein Wunder, dass der O-Ton des ARD-Spezial lautete: "Damit eines ganz klar ist, der Islam ist eine durch und durch tolerante Religion".

Dass dem nicht so ist, wurde inzwischen einem wachsenden Teil der interessierten Öffentlichkeit bewusst, die ihren Protest kaum artikulieren kann. Es liegt im Wesen des beginnenden Totalitarismus, Widerstände mit der Diffamierung und Bedrohung der kritischen Kräfte zu unterdrücken, pointiert durch den "arabischen Frühling", der sich längst als islamkonforme Vertreibung und Ermordung der nahöstlichen Christen entpuppt hat. Kritik, die den "Dialog"-Ideologen "nur" als Rassismus erschien, geriet beim deutschen Islam-Statthalter Ayman Mazyek zu "krebsartigen Geschwüren", einer systemgerechten Anleihe an der Nazisprache. Dies hinderte die Politelite in Berlin nicht, mit ihm eine Solidaritäts-Scharade wegen des Charlie-Hebdo-Attentats mit "fast mehr Ministern als Moslems" zu vollführen (stern.de, 16.01.15).

Die stetige Verengung der politischen Spielräume der "Akteure" durch islambedingte Zwänge hatte sich mit dem enormen Anstieg der Staatsverschuldung und deren Teilfinanzierung aus islamischen Quellen angekündigt. Deutlicher trat sie durch die vom Golf ausgelöste Megakrise von 2008 und die "Rettungsschirme", zutage, die den Altbürger zu ansteigenden Verzichtsleistungen zwingen. Noch klarer wurde sie letztlich im Ton der politmedialen Klasse, die als Vollstreckerin der OIC-Agenda mit passenden, zuweilen arabesken Demutsadressen aufwartet.

Nachdem der ehemalige Briten-Premier Tony Blair Ende 2006 den Koran als "größtes Werk der Menschheit" lobte und EU-Sonderbotschafter für den Nahen Osten wurde, suchen die Euro-Eliten sich in islamisch nützlicher Linientreue zu übertreffen. So erleben sie Allahs Schöpferkraft an sich selbst, wobei die Nähe ihres Denkens in Rassen-Klassen-Ordnungen zur islamischen Stammesmentalität eine systemhafte Rolle spielt (Jacques Derrida). Dieser karikaturartige Wettbewerb füllt Bände und kann hier nur angedeutet werden, zumal Projekte wie Gender und Endlos-Reformen als "Revolution von oben" ohnehin ergiebige Pfründe abwerfen.

An den Aussagen lässt sich zumeist ablesen, inwieweit der/die Betroffene mit der Lobpreisung des Islam die Laufbahn zu beeinflussen glaubt. Ob Ex-Bundespräsident Wulffs "der Islam gehört zu Deutschland", AfD-Chef Luckes "die Abwendung vom Islam führt zu Kriminalität", des Justizministers Maas Idee von der PEGIDA als "Schande für Deutschland" – sie und viele mehr vereint das Leitmotiv Islam. Dabei zeigt Angela Merkels "jede Ausgrenzung von Muslimen verbietet sich" klugen Umgang mit dem virtuellen Herrschaftswechsel, der sich dabei mit ihrer Maßgabe, "keine Islamisierung zu erkennen", zwar ungelenk, aber machtgerecht verschleiert.

Indem das Bundesverfassungsgericht die Verhüllung nicht verfassungs- sondern schariagemäß als "Glaubensfreiheit" freigibt, die eher eine – möglichst spurenfreie – "Etikette des Schlagens" begründet (Hirsi Ali), wird umso klarer, dass wenn solche Eliten von Deutschland oder Europa reden, sie sich selbst und ihre Auftraggeber meinen – ohne Rücksicht auf den Staat, geschweige denn den Volkssouverän und wirtschaftlich-soziale Folgen, die der zweite Abschnitt behandelt.

Weiter zu Teil 2

22. April 2015

 

 
   

Dr. Hans-Peter Raddatz,
Orientalist

Hans-Peter Raddatz, promovierter Orientalist und Volkswirt, Co-Autor der Encyclopaedia of Islam, war über viele Jahre als Repräsentant renommierter Banken im Orient und Finanzleiter in der Konzernindustrie tätig, bevor er orientalistische Forschung und wissenschaftliche Systemanalyse zu zahlreichen Büchern, Artikeln und Gutachten über Aspekte der strategischen Konfliktkontrolle in der globalen Kulturpolitik verband.

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