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+++ Aktuell & Nützlich +++

Vermögensnachfolge (2) – Die (Familien-)Stiftung

Zuletzt hatten wir Ihnen den Familienpool als wirksames Instrument zur Sicherung des Fortbestandes von Vermögen in seiner Einheit vorgestellt. Bei einem Familienpool wird Vermögen in eine Gesellschaft eingebracht. Dadurch wird es vom ursprünglichen Vermögensinhaber deutlich unabhängiger und überlebt auch dessen Tod, ohne etwa der Gefahr einer Zerschlagung ausgesetzt zu sein.

Statt in eine Gesellschaft kann Vermögen aber auch in eine Stiftung eingebracht werden. Auch sie ist ein mit Rechtsfähigkeit ausgestatteter Mantel, das darin eingebrachte Vermögen wird entsprechend selbständig. Im Unterschied zu einer Gesellschaft gehört allerdings die Stiftung niemandem, sie kennt also keine Eigentümer und folglich auch keine Eigentumsrechte Dritter.

Diese Folge kann in Abgrenzung zum Familienpool durchaus interessant sein.

Denn die Gesellschafter eines Familienpools sind nicht nur an den laufenden Erträgen der Gesellschaft beteiligt, sondern als deren Eigentümer immer auch am Poolvermögen selbst. Zwar hat ein Poolmitglied für lange Zeit kaum mehr von diesem Eigentum als die daraus erwirtschaftbaren Erträge. Spätestens nach dreißig Jahren wird allerdings jedes Poolmitglied eigenbestimmt die Gesellschaft verlassen und dann eine am Wert seines Eigentums orientierte Kapitalabfindung verlangen dürfen. Viele Gesellschaftsverträge versuchen, die Höhe der dann fälligen Zahlungen auf ein Minimum zu begrenzen und/oder zeitlich zu strecken - ganz ausschließen und auf lange Sicht stunden können sie derlei Ansprüche allerdings nie. Die Poolgesellschafter sind in diesem Zeitpunkt gefordert, für ausreichende Liquidität zu sorgen.

Ein solches Problem – wenn es denn wirklich eines ist – kann zumindest bei einer Stiftung nicht aufkommen. Dafür aber ist das abgestiftete Vermögen auf ewig verloren: Niemand, nicht einmal der Stifter selbst, darf die Vermögenssubstanz je wieder abziehen. Und auch die erwirtschafteten Erträge dürfen nicht einfach beliebig abgerufen werden, sondern nur insoweit, wie es in der Stiftungsurkunde seinerzeit zugelassen wurde; in der Stiftungsurkunde muss der Stifter bei Errichtung abschließend festlegen, wer zu dem Kreis der Begünstigten gehört und in welchem Umfang jede Person jeweils begünstigt sein soll. Über die Einhaltung wachen staatliche Stiftungsbehörden.

Auch sonst muss vor der Entscheidung für eine Stiftung vieles umfassend erwogen und abgewogen werden – von der Berücksichtigung von Pflichtteilrechten angefangen bis hin zur Wahl dessen, ob eine Stiftung strukturell nur an einer unternehmenstragenden Gesellschaft  beteiligt werden soll oder selbst Träger von Unternehmensvermögen sein soll. Das alles darzustellen, würde den hier gesetzten Rahmen textlich sprengen. Unternehmens- und Vermögensinhaber kommen ohnehin nicht darum herum, sich individuell durch einen auf das Steuer-, Stiftungs- und Gesellschaftsrecht spezialisierten Juristen beraten zu lassen;  die eigenen Steuerberater werden nur in ganz seltenen Fällen die dafür geeigneten Ansprechpartner sein.

Ein Wort noch zur Besteuerung von Stiftungen: Ihre laufende Besteuerung weist keine Besonderheit auf. Es gilt der allgemeine Körperschaftsteuersatz wie er für jede andere Körperschaft auch gilt. Soweit die Stiftung selbst Träger eines Unternehmens ist, kann zusätzlich Gewerbesteuer anfallen. Diese allgemeinen Regeln gelten nur dann nicht, wenn das Wirken der Stiftung gemeinnützig ist. Das ist bei einer Familienstiftung aber durchweg nicht der Fall.

Wird die Stiftung noch vom Stifter selbst errichtet, wird grundsätzlich  Schenkungsteuer fällig. Zudem wird alle 30 Jahren ein Erbfall fingiert, wodurch Erbschaftsteuer entstehen kann. Wird allerdings Betriebsvermögen in eine Stiftung eingebracht, kommt es zumindest gegenwärtig zu einer weitgehenden Steuerverschonung. Ob und in welchem Maße diese Begünstigung allerdings auch in Zukunft noch gelten wird, ist derzeit ungewiss. Wir hatten berichtet .