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+++ Aktuell & Nützlich +++

Aktuelle Entwicklungen bei der Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers

Mit immer neuen Regeln versuchen Gesetzgeber und Finanzverwaltung seit Jahren schon, die Absetzbarkeit der Kosten für die Nutzung und Einrichtung eines sog. häuslichen Arbeitszimmers zu begrenzen. Dabei geraten beide jedoch regelmäßig in Konflikt mit der Rechtsprechung, die diese Beschränkungen nicht immer mittträgt.

Im neuesten Streit könnte die Finanzverwaltung abermals das Nachsehen haben. Gegenwärtig steht eine Entscheidung des sog. Großen Senats des Bundesfinanzhofs an, die Unternehmern und Arbeitnehmern neue Spielräume eröffnen könnte.  Der Große Senat wird darüber befinden, ob es steuerzahlerschädlich ist, wenn ein häuslicher Büroraum ausnahmsweise nicht durchgängig beruflich / betrieblich genutzt wird. Die Finanzverwaltung verfügte dazu bislang ein vollständiges Abzugsverbot. Künftig könnte dagegen ein – zeitanteiliger – Kostenabzug  durchaus in Betracht kommen.

Darauf weist der Deutsche Arbeitgeber Verband e.V. hin. Betroffenen wird geraten, einerseits laufende Besteuerungsverfahren offenzuhalten und andererseits laufend Aufzeichnungen über den zeitlichen Nutzungsanteil in Bezug auf das häusliche Arbeitszimmer (eine Art "Fahrtenbuch") zu führen.

Betroffen sind alle Steuerpflichtige, die von zu Hause aus in einem eigens für ihre berufliche / betriebliche Tätigkeit vorgehaltenen und eingerichteten, aber gemischt genutzten Raum arbeiten und die die allgemeinen gesetzlichen Abzugsvoraussetzungen (Mittelpunkt der beruflichen / betrieblichen Tätigkeit bzw. kein anderweit zur Verfügung stehender Arbeitsplatz) in Bezug auf ein Arbeitszimmer erfüllen.

Keine Klarheit dürfte allerdings von dem Beschluss des Großen Senats für all jene ausgehen, die aufgrund der individuellen baulichen Begebenheiten schon gar nicht über ein räumlich abgegrenztes Arbeitszimmer verfügen, mithin zu Hause aus einem offenen Bürobereich heraus arbeiten. Die jetzt anstehende Entscheidung des Großen Senats wird diesen Fall unmittelbar nicht behandeln, und auch ein obicter dictum ist dazu nicht zu erwarten. Immerhin sind entsprechende Fälle längst bei Finanzgerichten anhängig und werden alsbald auch beim BFH zur Vereinheitlichung der Rechtsprechung landen. Betroffene sollten – flächenanteilige – Kosten in ihrer Steuererklärung gleichwohl schon jetzt geltend machen; im Einspruchsverfahren können sie dann die weitere Rechtsentwicklung auch insoweit abwarten.