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Der Jahresabschluss steht vor der Tür
Teil 4: Rechtsformen

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon morgens vor dem Spiegel gestanden und den Namen seines Unternehmens in den verschiedensten Rechtsformen ausgesprochen? Bekanntlich bringt vor allem der Jahresabschluss die meisten Unternehmer dazu, über die geeignete Rechtsform nachzudenken.

Was klingt besser – XY GbR, UG, Ltd., GmbH, KG, AG? Welche Rechtsform gibt die Substanz Ihres Unternehmens angemessen wieder und entspricht der Solidität oder der Modernität des Unternehmens, hinter dem Sie ganz persönlich stehen? Unterstützt es Ihren Erfolg eher, sich als Geschäftsführer einer GmbH oder als Vorstand einer AG vorzustellen?

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es in den ersten drei Quartalen des Jahres 2013 in Deutschland 582.900 Gewerbeanmeldungen. Darunter fallen immerhin 44.100 Fälle der Art, in der auch oder nur die Rechtsformänderung Grund der Anmeldung war. Nach einer Untersuchung des Institutes für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) bildeten im Jahre 2010 die 2.303.143 kleinen und mittelgroßen Unternehmen (sogenannte KMU) die weit überwiegende Mehrheit aller 2.303.234 Unternehmen in Deutschland. Im Zeitraum 2006 bis 2010 haben laut IfM die KMU einen Zuwachs von 4 % in Formen der Personengesellschaft und einen Zuwachs von 5,5 % als Kapitalgesellschaft verzeichnet. Diese Bewegungen zeigen, dass deutsche Unternehmer es durchaus als relevant ansehen, die Rechtsform ihres Unternehmens von Zeit zu Zeit zu überdenken.

Jeder Unternehmer kann sich über Rechtsformen mit seinen Beratern austauschen und wird erfahren, dass es einfacher ist, die bisherige Form, welche es auch immer sei, beizubehalten, denn jeder Wechsel erfordere administrative Veränderungen. Er kann sich auch mit Mitgesellschaftern, Mitunternehmern und Kooperationspartnern darüber austauschen, um schließlich zu erfahren, dass man besser die bisherige Form beibehält, da eine jede Umstellung mit Kosten verbunden ist.

Alternativ kann jeder Unternehmer das Portfolio seiner Lieferanten und Kunden durchforsten, um festzustellen, welche Rechtsform(en) in seiner Wertschöpfungskette vorrangig gewählt werden. Und er kann die Internetseiten seiner Konkurrenten aufsuchen, um sich auch mit ihnen zu vergleichen. Und dies ergibt dann, dass die große Menge der "old fellows" als GmbH oder GmbH & Co. KG auftritt und daneben ein paar schwer einschätzbare Ausreißer existieren.

Auf keinem dieser Wege wird ein Unternehmer zu der Erkenntnis gelangen, welche Rechtsform sein Unternehmen ideal wiedergibt und ihn vertrauenerweckend und zugleich innovativ in seinem Wirtschaftssegment hervorhebt. Dazu ist unbefangener Gedankenaustausch zwischen Gleichgesinnten erforderlich, wie ihn das Netzwerk Deutscher Arbeitgeber Verband ermöglicht.

Wir haben in diesem Beitrag darauf verzichtet, die Wesensmerkmale der in Deutschland möglichen Rechtsformen AG, gAG, AG & Co. KG, AG & Co. KGaA, e.K., e.V., GbR, GbRmbH, GmbH, gGmbH, GmbH & Co. KG, GmbH & Co. KGaA, GmbH & Co. OHG, InvAG, KG, KGaA, Ltd., Ltd. & Co. KG, OHG, Partenreederei, PartG, Part GmbH, G-REIT, Stiftung, Stiftung & Co. KG, Stiftung & Co. KGaA, Stiftung GmbH & Co. KG, Stille Gesellschaft, UG (haftungsbeschränkt), UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG und VVaG sowie der nach EU-Recht ebenfalls möglichen EWIV, SCE und SE herauszuarbeiten.

Dies geben relevante Fachliteratur und Internetseite heuten mehr denn je treffend wieder. In jedem Fall aber sind Ideen- und Erfahrungsaustausch, wie sie der Deutscher Arbeitgeber Verband ermöglicht, der praktikabelste und zugleich wirksamste Weg.

25. Januar 2016