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Management & Führung

 
 
 
 
 

Rike Duda

Organisationskultur als Erfolgsfaktor
für Mitarbeiterzufriedenheit

«Ist Organisationskultur ein Trend oder
ein omnipräsent aktuelles Thema?»

Freiburg i. Br. - Das Thema „Kultur am Arbeitsplatz“ ist noch ein noch junges Thema. Die Organisationsentwicklung wird schon seit dem Ende des 19 Jahrhunderts ins Auge gefasst. Die Blütezeit der Organisationskulturentwicklung begann allerdings laut Raeder (2010) erst 100 Jahre später in den 80 und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts.

In der Gesellschaft rückte auch das individuelle Bedürfnis immer mehr in den Vordergrund. Das Thema Zufriedenheit am Arbeitsplatz gewinnt, gerade auch durch den Wandel vom Arbeitgebermarkt hin zum Arbeitnehmermarkt, in Organisationen immer mehr an Relevanz und Aktualität. Auch hier fallen oft Schlagwörter wie „Kultur am Arbeitsplatz“ und „Identifikation“. Doch warum ist es auf einmal so wichtig geworden?

Was ist die Kultur am Arbeitsplatz?

Jeder Mensch hat in seinem Leben tagtäglichen Kontakt zu unterschiedlichen Kulturen. Doch damit sind nicht nur gesellschaftsspezifische Kulturen, sondern auch welche innerhalb der Gesellschaft gemeint, wie zum Beispiel die am Arbeitsplatz. Pümpin, Kobi, Wüthrich (1985) verstehen in diesem Kontext unter Kultur die Gesamtheit des gewachsenen Meinungs-, Norm- und Wertegefüges, welches das Verhalten der Führungskräfte und Mitarbeiter prägt. So entsteht ein gemeinsames Denkmuster, welches das implizite Bewusstsein eines Unternehmens darstellt.

Kultur ist also nicht greifbar und omnipräsent in unserem Alltag verwurzelt. Egal ob wir wollen oder nicht, sie umgibt uns zu jeder Zeit. Somit ist auch festzuhalten, dass jede Organisation, egal wie groß oder klein, eine eigen Kultur lebt.

Unternehmenskultur entsteht aus dem laufenden Verhalten der Mitarbeiter und prägt wiederrum das Verhalten der Mitarbeiter. Es herrscht eine gegenseitige Bedingtheit und somit ist ein bewusster Kulturwandel sehr langwierig und schwierig. Kultur ist nicht statisch und somit ein abgeschlossener Prozess, sondern sie ist dynamisch und so muss auch an einer förderlichen Kultur weitergearbeitet werden.

Kultur ist nicht messbar oder mit „gut“ und „schlecht“ zu bewerten, sondern die zu stellende Frage ist: „Wann ist eine Organisationskultur förderlich für die Organisation?“

Mitarbeiterzufriedenheit

Eine Organisation ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen, die gemeinsam Leistung erbringen, gemeinsam Ziele verfolgen und somit die Stabilisation der Mitarbeiter in einer Organisation schaffen. Dabei ist Arbeitsplatzzufriedenheit ein eigenständiges, humanitäres Ziel, was als Mittel zur Erreichung von Organisationszielen eingesetzt und als gesellschaftliches Ziel angesehen wird.

Das Ohio State Führungsforschungsforschungsprojekt in den 50er Jahren hat herausgefunden, dass der Mitarbeiterorientierte Führungsstil doppelt so hoch mit der Mitarbeiterzufriedenheit korreliert, wie der aufgabenorientiere Führungsstil.

Doch was macht den mitarbeiterorientieren Führungsstil so wertvoll für die Mitarbeitermotivation?

Die Führungskraft verhält sich sozial unterstützend, ist am Wohlbefinden der Mitarbeiter interessiert, fördert persönliche Karriereziele und Berücksichtigt die Werte und Normen der Mitarbeiter. Je stärker die Mitarbeiter wahrnehmen, dass die Führungskraft sich für ihre Bedürfnisse einsetzt, sie unterstützt, sowie loyal & verlässlich agiert, desto höher ist auch die Arbeitszufriedenheit.

Diese Arbeitszufriedenheit wird sich auf die Arbeitsmotivation aus und erhöht somit die Leistung.

Mehrwert für die Organisation

Die Organisationskultur erfüllt verschiedene Funktionen.
Die Koordinationsfunktion zeigt sich durch das von der Kultur geprägte Verhalten der Mitarbeiter. Ebenso wurde auch schon die Motivationsfunktion im vorherigen Abschnitt beschrieben, welche die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter fördert und somit eine der wichtigsten Funktionen für das Unternehmen darstellt. Aber auch die Identifikationsfunktion spielt eine große Rolle, da sie hilft den Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden und zu halten. Die letzte Funktion der Kultur stellt die Profilierungsfunktion dar, welche darin besteht, dass Organisationen sich durch ihre spezifische Kultur von andern Organisationen abgrenzen können. Dies ist gerade bei der Mitarbeitergewinnung ein essenzieller Faktor.

Der Mehrwert einer Kultur in der Organisation ist zwar nicht direkt messbar, wird aber im Endeffekt durch die harten Zahlen sichtbar. Auch in empirischen Studien konnte der Einfluss von Kultureigenschaften und Erfolgswirksamkeit nachgewiesen werden.

Fazit

Kultur ist seit jeher omnipräsent. Im 20 Jahrhundert hat sich der Blick und der zugesprochene Wert der Arbeitskultur verändert. Auch in der Gesellschaft rückte das individuelle Bedürfnis immer mehr in den Vordergrund und somit ist auch die Identifikation mit dem eigenen Arbeitsplatz immer wichtiger. Durch den Wert, den das individuelle Bedürfnis bekommen hat, ist die eigene Zufriedenheit am Arbeitsplatz für viele Arbeitnehmer enorm wichtig geworden. Durch den vorherrschenden Arbeitnehmermarkt ist es für den Arbeitgeber schwierig unzufriedene Mitarbeiter zu halten und somit ist Mitarbeiterbindung und -gewinnung qualifizierter Arbeitnehmer und großes Thema geworden. Ein Thema, welches mit der Organisationskultur zusammenhängt und somit für jeden Arbeitgeber aktuell von Bedeutung ist und auch in Zukunft sein wird.

https://www.trirhena-consulting.de

15. September 2018


Rike Duda

Rike Duda ist Studentin des Bildungsmanagement an der Universität Freiburg und die 2. Vorsitzende der studentischen Unternehmensberatung TriRhena Consulting e.V.. Außerdem ist sie Trainerin und Teil der Leitung der Trainerakademie des Dachverbands BDSU.

https://www.trirhena-consulting.de