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Ich SELBST trage die VERANTWORTUNG für mein Leben.

 
 

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Robert Nef, Publizist

Vertrauen und Verantwortung

Vertrauen entsteht zunächst in Familien und in face-to-face Gruppen, indem die Beteiligten und Betroffenen selbst mit der bestmöglichen Mischung von Vertrauen und Misstrauen experimentieren und die Folgen von allfälligen Fehleinschätzungen auch selbst tragen. Dabei entdecken sie die einfachen und wichtigen Grundregeln des Zusammenlebens: „Eigentum ist zu respektieren“, „Trau, schau wem“, „Lügen haben kurze Beine“.

Betrug, Ausbeutung und Raubbau sind unter Marktbedingungen kein längerfristig taugliches und erfolgreiches Kommunikations- und Geschäftsmodell. Das lernen Kinder schon früh in der Familie und spielerisch in Kleingruppen, meist eher durch Kameraden als durch das Lehrpersonal.

Das Spannungsfeld von zwischen einem egoistischen Haben und einem altruistischen Sein ist m.E. allzuoft falsch beurteilt worden. Geben ist zwar, wie es im Neuen Testament heisst, seliger denn Nehmen, aber um geben zu können, muss man zunächst selbst etwas haben, es sei denn man gebe etwas, das man zuvor jemand anderem weggenommen (bzw. weggesteuert) hat. Diese verantwortungslose Praxis ist im umverteilenden Sozialstaat leider durchaus üblich, sie ist aber weder moralisch noch sozial.

Eine Alternative dazu ist die Freiwilligenarbeit. Meine Erfahrungen mit sozialem Engagement stammen aus der persönlichen Praxis: 1500 Diensttage als Milizoffizier, 20 Jahre ehrenamtliches Präsidium eines als Stiftung organisierten Kinderspitals und viele weitere Engagements im Grenzbereich von Beruf, Berufung und Selbstbestätigung und, das sei ehrlicherweise zugestanden, wahrscheinlich auch der Selbstprofilierung. Ich habe aber freiwilliges Engagement immer als Bereicherung empfunden, viel gelernt und damit mehrheitlich gute Erfahrungen gemacht.

10. Oktober 2016

 
   


Robert Nef

Robert Nef ist Publizist und war lange Jahre Präsident des schweizer Think Tanks „Liberales Institut“