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Texte zur Freiheit

 
 
 
 
 

Rainer Wolski, Autor "Gebetspausen am Arbeitsplatz"

Die Freiheit stirbt in Raten
Islam und Gleichstellungsgesetz - Basiswissen für Arbeitgeber Teil I

Summary:
In den nächsten Wochen veröffentlichen wir – in 3 Teilen – einen Beitrag von Rainer Wolski. Wolski hat in seinem Buch "Gebetspausen am Arbeitsplatz" eine fundierte Darstellung veröffentlicht der schleichenden Auflösung von Freiheit und freier Marktwirtschaft, dies unter dem Deckmantel angeblicher Toleranz. Ebenso wie große Teile der Bevölkerung neigen leider auch viele Unternehmer zu "nichts hören, nichts sehen, nichts sagen" angesichts der Auflösung all dessen, was wir durch die europäische Aufklärung uns an Freiheit erkämpft haben. Toleranz gegenüber einer als Religion auftretenden totalitären Ideologie, die weder die Freiheit der Frau noch die Freiheit der Gleichgeschlechtlichen akzeptiert, eine Ideologie, die den Judenhass wieder ins Zentrum unserer Gesellschaft zurückbringt, hebt nach und nach alle Freiheitsgrundlagen auf. In Paragrafen gegossen unter anderem im AGG.

Die Artikel teilen sich wie folgt auf:

Teil I: Kurze Einführung zu den Urteilen des EuGH und der Bericht einer Berliner Kosmetikerin, Kleinstbetrieb mit bis zu 4 Mitarbeiterinnen. Verdeutlichung der Problemlage.

Teil II: Die bisherige Situation in der EU betreffend Religionsausübung durch Muslime am Arbeitslatz. Kopftuch, Ganzkörperverschleierung, Gebet, Fasten, Feiertage und der Spezialfall Deutschland. Die schleichende Islamisierung Deutschlands durch Politik, Gesetzgebung, Rechtsprechung.

Teil III: Auswertung des EuGH Urteils Achbita und Schlussfolgerungen für den Arbeitgeber. Vergleich der beiden Optionen, die nun erstmals bestehen. Beschreibung der entstehenden Kosten für den Arbeitgeber.

Option 1: Primat der Religionsfreiheit im Unternehmen – Schlußfolgerungen

Option 2: Primat der unternehmerischen Freiheit: Umstellung der Firma auf Neutralität in politischen, philosophischen und religiösen Aspekten, betreffend Kleidung und Verhalten (Riten) der Mitarbeiter

Teil I

Am 14.03.2017 veröffentlichte der EuGH zwei Vorabentscheidungen  zum Tragen des islamischen Kopftuches am privatwirtschaftlichen Arbeitsplatz. Das Urteil (C‐157/15)  in der Sache Samira Achbita, hat für die deutschen Arbeitgeber eine Wende eingeleitet. Es gilt nun nicht mehr das Primat der Religionsfreiheit am Arbeitsplatz, sondern der Arbeitgeber kann jetzt erstmals die Freiheit des Unternehmers beanspruchen und selbst entscheiden.

Dies ist natürlich an bestimmte Regeln gebunden, die aber recht überschaubar sind. Sie werden in Teil III erläutert.

Ein weiteres Urteil (Rechtssache C‐188/15) betrifft ebenfalls das "Kopftuch". Allerdings hat diesmal der Arbeitgeber kein Recht, eine Kopftuchträgerin zu entlassen, nur weil ein Kunde der Firma nicht von dieser Mitarbeiterin beraten werden will. Nun muss das französische Gericht prüfen, ob der Arbeitgeber eine für alle Mitarbeiter gültige Weisung erlassen hatte, dass aus Gründen der Neutralität am Arbeitsplatz:

"Es den Arbeitnehmern verboten ist, am Arbeitsplatz sichtbare Zeichen ihrer politischen, philosophische oder religiösen Überzeugungen zu tragen und/oder jeglichen Ritus, der sich daraus ergibt, zum Ausdruck zu bringen."

Wir haben diesen Satz kursiv unterlegt, denn er ist das Credo des 1. Urteils. Hat eine Firma diese Regelung, dann darf sie jeden Mitarbeiter, der dagegen verstößt, abmahnen bzw. entlassen. Vorausgesetzt: ein interner Arbeitsplatz, an dem kein Kundenkontakt möglich ist, kann nicht nachgewiesen werden.

Im April 2016 – unter dem Eindruck der Flüchtlingswelle – hatte ich mein Buch bei AMAZON verlegt:
Gebetspausen am Arbeitsplatz – Erwartungen geflüchteter Muslime. Basiswissen für Arbeitgeber.

Ich hatte darin meine Erfahrungen als Manager eines multinationalen Konzerns in der russischen Niederlassung (Russland: 15% Muslime an der Bevölkerung) und als Gründer und Geschäftsführer des Deutsch-Bosnischen Wirtschaftsvereins in Sarajevo verarbeitet (Bosnien: 50% Anteil Muslime an der Bevölkerung).

Was mich zuerst  irritierte war, dass keine IHK, Handwerkskammer, auch nicht der BDA, BDI und andere Wirtschaftsverbände nach Zusendung einer Leseprobe das geringste Interesse zeigten.
Die Medien antworteten entweder gar nicht oder mit der Mitteilung, dass man Bücher aus dem Selbstverlag nicht rezensiere. Meine Anfragen im Prozess der Bucherstellung bei Wirtschaftsverlagen wurden entweder gar nicht oder abschlägig beantwortet.

Gehen Sie mal auf die Webseite Ihrer IHK oder der HWK und geben Sie das Suchwort "Muslime beschäftigen" oder "Gebet am Arbeitsplatz"  ein. Sie erhalten von diesen Organisationen keine verwertbaren Informationen. Mittlerweile habe ich begriffen, dass es Vorsatz ist, um den Arbeitgebern die "Katze im Sack" zu verkaufen und die dramatischen Zahlen der H4 Empfänger aus den islamischen Ländern abzubauen.

Denn kein Unternehmer würde – ohne Förderung – Muslime einstellen um dann wegen derer religiöser Forderungen im Jahr bis zu zwei Monaten bezahlte Arbeitszeit ohne Gegenleistung zu finanzieren. Dabei habe ich nur das Problem Religion betrachtet, nicht die sozio-kulturellen Einstellungen (Sekundärtugenden).

Ich habe mit vielen kleinen Mittelständlern gesprochen und immer, wenn ich in den letzten Monaten auf diese Aussage "6 Wochen zahlen – ohne Leistung" kam, sagten sie mir, dass das nicht stimme. Einfach so, aus dem Bauch heraus. Gaben sie mir 30 min und ich zeigte ihnen die Gesetze, Rechtsprechung und Urteile wurden sie sehr schweigsam.

Um Ihnen Appetit auf das Buch zu machen und gleichzeitig die Probleme für einen Kleinstbetrieb aufzuzeigen: Hier der Link zu einer Rezension
hintergrund-verlag.de/texte-rezensionen-rainer-m-wolski-gebetspausen-am-arbeitsplatz-erwartungen-gefluechteter-muslime-basiswissen-fuer-arbeitgeber.html 

und der Bericht einer Berliner Arbeitgeberin.

Erfahrungen einer Berliner Arbeitgeberin mit muslimischen Mitarbeiterinnen

N. S. ist seit über 15 Jahren Inhaberin eines Kosmetikstudios im Bezirk Berlin-Mitte nahe Alexanderplatz. Fast ein Viertel der Einwohner des Bezirks sind Muslime. Sie selbst hat einen christlich-orthodoxen Migrationshintergrund. Die Arbeitgeberin hat dem Autor das nachfolgende persönlich berichtet:

Die Arbeitgeberin berichtet

"Kosmetikerinnen werden erst seit kurzem im dualen System ausgebildet. Auch jetzt überwiegt noch die Ausbildung in privaten Schulen, wobei Dauer und Qualität stark schwanken. Ich nehme nur Praktikantinnen und Absolventinnen von Schulen, die eine mindestens 2-jährige Ausbildung haben.

In den letzten Jahren hat sich der Anteil von Mädchen mit Migrationshintergrund auf diesen Schulen verstärkt. Das ist einerseits der Tatsache geschuldet, dass es sehr viele Menschen in dieser Gruppe gibt, aber auch, dass viele die deutsche Sprache nicht voll beherrschen und deshalb eine handwerkliche Ausbildung suchen.
Bei den Muslimen kommt noch hinzu, dass die Familien oft keinen Wert auf eine höhere schulische Ausbildung der Mädchen legen und so Abitur oder Fachabitur nicht angestrebt werden.

Die Schulen sind kostenpflichtig. Wer eine Schule mit zweijähriger Ausbildungsdauer besucht, muss ein 6-monatiges Praktikum machen, fünf Monate im Kosmetikstudio und einen Monat beim Hautarzt.
Welche Unterschiede gibt es zwischen muslimischen und anderen Praktikantinnen/Absolventinnen?

Wie ich in diesen Jahren von den Mädchen gelernt habe, ist die Erziehung in einer muslimischen Familie anders. Es herrscht Geschlechtertrennung und die Erziehung der Jungs und Mädchen erfolgt bewusst unterschiedlich.

Während die Erziehung des Mädchens straff erfolgt, machen die Eltern beim Jungen viele Ausnahmen. Mädchen müssen ohne zu murren alle Anforderungen der Eltern erfüllen. Sie werden auf die Erfüllung häuslicher Pflichten orientiert und dürfen in vielen konservativen Familien das Haus in der Freizeit nur selten allein
verlassen. Da oftmals nur in muslimischen Immigranten-Kreisen verkehrt wird, ist die Sprachfähigkeit der nachwachsenden Generation schlecht. Obwohl hier geboren, sprachen fast alle Bewerberinnen nicht akzentfrei Deutsch. Dadurch erfolgte überwiegend eine Schulempfehlung für Hauptschulen, seltener für Realschulen.

Außerdem sehen viele muslimische Familien in der Berufstätigkeit einer Frau nur eine Übergangsperiode bis zur Hochzeit. Nach dem Koran ist der Mann für die Erwirtschaftung des Lebensunterhalts der Familie zuständig. Er muss arbeiten gehen. Er kann seine Ehefrau nicht zwingen, Lohnarbeit zu erledigen. Es lohnt also aus Sicht religiöser Familien nicht, da groß in Ausbildung zu investieren.

Die Mädchen wissen um diese Problematik. Nur wenige können aus diesem Teufelskreis ausbrechen. Kommen sie mit Kopftuch, haben sie kaum Aussicht auf Einstellung. Ich hatte damit am Anfang keine Probleme, aber das Kopftuch signalisiert ja auch: Ich lebe nach dem Koran. Ich musste lernen, dass danach die Ansage kommen kann, dass sie nach ihrem Glauben wegen der Geschlechtertrennung keine Männer berühren dürfen oder mit ihnen in einem Raum zusammen sein können.

Wer behandelt dann jeden dritten männlichen Kunden, der sehr gern Fußpflege, Maniküre und Kosmetik nutzt?

Dann kommt die Information, dass sie während der Fastenzeit im Ramadam weder essen noch trinken. Stellen Sie sich das vor: Im Sommer liegt hier in Berlin die Zeitspanne zwischen Sonnenauf- und -untergang bei über 15 Stunden. Dann abends das Essen in der Familie vorbereiten und bis zwei Uhr nachts tafeln? Dann um 4.30 Uhr das Morgengebet und nochmal etwas essen vor Sonnenaufgang?

Ich habe erst begriffen, was das in der Praxis bedeutet, als die erste Praktikantin mit einer Krankschreibung in der zweiten Woche des Ramadans kam und ich sie dann erst drei Wochen später nach Beyram (dem Ende des Ramadans) wiedersah.

Wer diese Hintergründe kennt, nimmt kaum muslimische Mitarbeiterinnen, außer in muslimisch geprägten Kosmetikstudios. Davon gibt es aber nur sehr wenige, auch aufgrund der finanziellen Lage der Mehrzahl der muslimischen Familien, die überwiegend von ALG II leben.

Das Problem ist, dass die muslimischen Mädchen im Gegensatz zu anderen ihrer Altersgruppe, nichts selbst bestimmen können. Wenn die Familie einen muslimischen Bräutigam – der der Familie genehm ist – gefunden hat, richtet sich das Mädchen nach ihm. Und wenn er religiös ist, dann kommt sie von einem Tag auf den anderen mit Kopftuch und der Ansage, keine Männer mehr anzufassen. Ich kann aber diese Mitarbeiterin nicht gebrauchen. Soll ich ihr, wenn sie herumsitzt, 8,50 €/h Mindestlohn zahlen, mit dem Anteil des Arbeitgebers sogar 10,50 €/h?

Was müsste dann eine Fußpflege kosten? Wer soll das bezahlen? Warum sollen Nicht-Muslime den Muslimen ein Leben nach deren religiösen Ritualen finanzieren? Als ich neulich mit einer Kundin darüber sprach, sagte sie, ich könne doch den Arbeitsablauf verändern ... Die Frau arbeitet im öffentlichen Dienst und wird auch von meinen Steuern bezahlt.

Erst nach einigen Jahren hier in Berlin habe ich verstanden, warum es in den türkischen Distrikten getrennte Damen- und Herrenfriseure gibt. Nicht nur wegen der Qualifikation, sondern auch aus dem Grund der Geschlechtertrennung."

>> Zu Teil II

27. März 2017

   


Rainer Wolski

Rainer Wolski war Gründer und Geschäftsführer des Deutsch-Bosnischen Wirtschaftsvereins und ist Autor des Buches "Gebetspausen am Arbeitsplatz", bei amazon erhältlich https://www.amazon.de